SPARK-BIH

Aufgrund hoher Entwicklungskosten und des Fehlens von Schutz des geistigen Eigentums schaffen es viele Erfindungen in den Biowissenschaften nicht in die klinische Praxis.

Um diese Hürde – insbesondere bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen – zu überwinden, arbeitet NeuroCure mit dem SPARK-BIH-Programm zusammen. Das Programm wurde 2014 von den NeuroCure-Mitgliedern Prof. Dr. Craig Garner und Prof. Dr.  Ulrich Dirnagl ins Leben gerufen.

Mit „SPARK-BIH“ soll die Übertragung von Forschungsergebnissen in die konkrete Entwicklung von Diagnoseverfahren, Medizinprodukten und neuen Wirkstoffen vorangetrieben werden.
Das Programm, ursprünglich an der Stanford University (USA) entwickelt, hilft Wissenschaftler:innen ihr Forschungsprojekt in die Anwendung zu bringen.

Innerhalb von NeuroCure wurde eine SPARK-Arbeitsgruppe etabliert, die NeuroCure-Wissenschaftler:innen bei ihren Projekten mit Potenzial für klinisch relevante neurowissenschaftliche Therapien, Diagnosen und Geräten berät und unterstützt.

Dies geschieht vor allem durch:

  • regelmäßig angebotene Weiterbildungen (Schwerpunkt auf Translation)
  • enge Zusammenarbeit mit einem großen Beraternetzwerk (Experten aus  Grundlagenforschung, Industrie und zu regulatorischen Aspekten)
  • Beratung und Zusammenarbeit, um eine anwendungsorientierte Projektentwicklung zu gewährleisten
  • Projektbezogene, meilensteinbasierte finanzielle Förderung

Im Rahmen der ersten Ausschreibung 2020 wurden 4 Projekte des Clusters ausgewählt, die eine Förderung und Betreuung durch NeuroCure/SPARK-BIH erhalten:

Das Team NEMATIS (Neuronal Mapping using Transcrania lMagnetic Temporal Interference Stimulation) mit Khaled Nasr, Prof. Dr. Surjo Soekadar und Prof. Dr. Dr. Andreas Heinz entwickelt ein Medizinprodukt, welches eine non-invasive und präzise Gehirnstimulation ermöglicht, die auch tieferliegende Gehirnareale erreichen kann.

Im Projekt XL-MyoCure (Novel therapy for neuromuscular disease caused by mutations in myotubularins) von Prof. Dr. Volker Haucke, wird eine neue pharmakologische Therapie für eine seltene neuromuskuläre Erkrankung (XLMTM: X-linked myotubularmyopathy) entwickelt. Die betroffenen Patient:innen leiden an Muskelschwäche und sind auf einen Rollstuhl, künstliche Ernährung und Beatmungsgeräte angewiesen. Derzeit gibt es für diese, oft letal verlaufende, Krankheit keine Behandlungsmöglichkeiten.

Das Team iPSC-SYNGAP (Prof. Dr. Dietmar Schmitz, Prof. Dr. Markus Schülke-Gerstenfeld, Prof. Dr. Sarah Shoichet, Dr. Nils Rademacher, Judith von Sivers) versucht eine neue Behandlung von Patient:innen mit SYNGAP-Syndrom zu entwickeln – einer genetischen Erkrankung bei der die Betroffenen an bis zu 140 epileptischen Anfällen täglich leiden. Ziel dieses Projekts ist es, die von dem Team entwickelte Screening-Plattform aufzubauen, um eine pharmakologische Behandlung zu finden. Dabei sollen auch induzierte pluripotente Stammzellen (iPSC) von Patient:innen benutzt werden, um die Wirksamkeit zu verifizieren.

Ziel des Projekts BENEFIT (Biomarkers for tumor immune therapy associated neurological side effects) mit Prof. Dr. Matthias Endres, PD Dr. Wolfgang Böhmerle, Dr. Samuel Knauß und Dr. Leonie Müller-Jensen ist die Identifizierung von Biomarkern für das Auftreten von neuronalen Nebenwirkungen bei einer Immun Checkpoint Inhibitor Krebstherapie. Durch eine gezielte Diagnose kann die Behandlung verbessert und ein möglicherweise fataler Krankheitsverlauf verhindert werden.

Kontakt: Alexander Stumpf