NeuroCure Research Fellowships for Female Postdocs in the Neurosciences
2011 hat der Cluster die "NeuroCure Research Fellowships for Female Postdocs in the Neurosciences" als ein intramurales Förderprogramm etabliert und unterstützt damit die frühe Unabhängigkeit junger Nachwuchswissenschaftlerinnen aus der NeuroCure Community. Das Programm richtet sich an junge Forscherinnen, die eine unabhängige Fakultätsposition anstreben. Die Förderung erstreckt sich über zwei Jahre mit der Option, um ein weiteres Jahr zu verlängern. Sie beinhaltet Mittel für Personal, Verbrauchsmaterialien und kleinere Investitionen sowie Unterstützung für Kinderbetreuung und die Teilnahme am Mentoring-Programm des Charité Mentoring Competence Center.
Im Jahr 2021 haben wir jährlich stattfindende Networking-Veranstaltungen ins Leben gerufen, um aktuelle Forschungsstipendiatinnen mit Alumnae und anderen Nachwuchsgruppenleiterinnen in einem informellen Rahmen zusammenzubringen und den Austausch von Perspektiven, Wissen, Erfahrungen und Ratschlägen zu fördern.
Der Einfluss dieses Programms auf die Karriereentwicklung zeigt sich bei unseren Alumnae. 62 % der Stipendiatinnen aus den ersten beiden Förderperioden des Clusters leiten inzwischen eigene Forschungsgruppen, auch in der Industrie, andere leisten weiterhin wichtige Beiträge in anderen Bereichen.
In 2026 wurden die folgenden Wissenschaftlerinnen mit einem Fellowship ausgezeichnet:
Affiliation
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Research Focus
Neurologische Folgeerkrankungen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen der meisten Krebsbehandlungen wie der Chemotherapie, Immuntherapie, Strahlentherapie und den zellbasierten Therapien. Patient:innen entwickeln Einschränkungen ihrer sensiblen, motorischen und/oder kognitiven Funktionen, die häufig andauernd sind, die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und zu vorzeitiger Beendigung der Tumortherapie führen, welches sich direkt auf die onkologische Prognose der Patient:innen auswirkt. Das übergeordnete Ziel von Petra Hühnchen’s Forschung ist, die zugrunde liegenden Schädigungsmechanismen von Krebsmedikamenten zu verstehen um neue präventive Therapien zum Schutz des Nervensystems zu entwickeln. Ein weiterer Fokus liegt in der Entwicklung von prädiktiven Biomarkern, welche Patient:innen mit einem hohen Risiko für Neurotoxizität bereits vor Beginn ihrer onkologischen Behandlung identifizieren. Das aktuelle Projekt zielt darauf ab, (A) zuvor identifizierte Serumproteine als neue prädiktive Biomarker bei Patienten mit Chemotherapie induzierter peripherer Neuropathie (COUNTERACT) zu bestätigen, (B) neuromuskuläre Antikörper und HLA-Haplotypen bei Patienten mit immunvermittelten unerwünschten Nebenwirkungen des peripheren Nervensystems aufgrund einer Immun-Checkpoint-Inhibitor-Therapie (PNS-irAE) zu validieren, (C) die Rolle der Interaktion zwischen CCL5-CCR5 und CXCL10-CXCR3 in einem Tiermodell von PNS-irAE zu untersuchen und erste Daten für eine präventive CCR5- und CXCR3-Inhibition zu sammeln, und (D) eine konfirmatorische Phase-3 Studie mit Lithiumcarbonat zur Prävention von durch Chemotherapie induzierter peripherer Neuropathie (REVOLUTION) zu entwickeln und zu implementieren.
Affiliation
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Research Focus
Säuglinge verbringen einen Großteil ihres ersten Lebensjahres schlafend, und früher Schlaf spielt eine grundlegende Rolle für eine gesunde Gehirnentwicklung. Schlaf ist für die Gesundheit des Gehirns unter anderem deshalb so wichtig, weil während des Schlafs die Cerebrospinalflüssigkeit durch die perivaskulären Räume (PVS) fließt und über das glymphatische System Abfallstoffe beseitigt. Vergrößerte PVS werden als neuer Marker für eine glymphatische Dysfunktion untersucht. Das Projekt „Bright Start: Infant Sleep and Brain Development” verfolgt zwei Hauptziele. Erstens untersuchen wir die potenzielle Rolle des Schlafes von Säuglingen bei der Entwicklung von vergrößerten perivaskulärer Räume. Zweitens untersuchen wir, ob Lichttherapie in der späten Schwangerschaft den Schlaf von Säuglingen verbessern kann, indem sie sich positiv auf depressive Symptome und den Schlaf der Mutter auswirkt.
Affiliation
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Research Focus
Neurologische Erkrankungen wie der ischämische Schlaganfall und neurodegenerative Erkrankungen zeigen eine ausgeprägte Variabilität darin, wie einzelne Neuronen auf Schädigungen reagieren. Selbst innerhalb derselben Hirnregion gehen manche Neuronen rasch zugrunde, während andere eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit zeigen. Das Verständnis der molekularen Mechanismen, die über die Anfälligkeit oder das Überleben von Nervenzellen entscheiden, stellt nach wie vor eine große Herausforderung in der Neurowissenschaft dar und ist ein wesentlicher Grund dafür, dass viele neuroprotektive Behandlungsansätze bislang in der klinischen Anwendung keinen Erfolg zeigen. Ziel dieses Projekts ist es, die molekularen Programme zu identifizieren, die neuronale Stressantworten und Resilienz bei menschlichen neurologischen Erkrankungen prägen, mit einem Fokus auf den ischämischen Schlaganfall. Durch die Integration räumlicher Transkriptomik (Analyse der Genaktivität im Gewebe) und Einzelzell-RNA-Sequenzierung von humanem postmortalem Hirngewebe mit zeitaufgelösten Mausdatensätzen sollen Krankheitsverläufe rekonstruiert und zelltypspezifische sowie kontextabhängige Reaktionen im intakten Gewebe untersucht werden. Langfristig soll diese Arbeit Signalwege aufdecken, die das Schicksal von Nervenzellen nach einer Schädigung bestimmen, und so die Entwicklung effektiverer Therapien fördern.
Affiliation
Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Research Focus
Der axonale Transport ist für das Überleben der Neuronen und die Kommunikation über große Entfernungen unerlässlich, insbesondere in Motoneuronen mit außergewöhnlich langen Axonen. Störungen dieses streng regulierten Prozesses werden zunehmend als wichtiger Auslöser für neurologische Erkrankungen erkannt, einschließlich amyotropher Lateralsklerose (ALS), spinaler Muskelatrophie und Charcot-Marie-Tooth-Krankheit. Die molekularen Mechanismen, die den axonalen Transport regulieren, sind jedoch nach wie vor nur unzureichend verstanden. Meine Forschung konzentriert sich darauf, aufzuklären, wie eine Dysregulation des axonalen Transports zur Neurodegeneration beiträgt. Unter Verwendung von krankheitsbezogenen iPSC-abgeleiteten Neuronen und Mausmodellen soll dieses Projekt den Regulationsmechanismus des axonalen Transports definieren und klären, wie Transportdefekte zu neuronalen Funktionsstörungen und neurologischen Erkrankungen führen.
Affiliation
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
Research Focus
Alexandra Tzilivaki ist Computational-Neurowissenschaftlerin und erforscht die Rolle inhibitorischer Interneurone in kognitiven Prozessen. Ihre Forschung verbindet zelluläre Biophysik mit großskaliger Netzwerkdynamik und analysiert, wie dendritische Integrationsmechanismen Gedächtnisprozesse und die Stabilität neuronaler Schaltkreise beeinflussen. Im Rahmen ihrer Förderung durch den Exzellenzcluster NeuroCure leitet sie ein Projekt zur Entwicklung prädiktiver Modelle kortikaler hemmender Nervenzellen beim Menschen. Durch die Integration humaner Daten mit rechnergestützter Modellierung – in enger Abstimmung mit experimentellen Ansätzen – klärt sie artspezifische Prinzipien inhibitorischer Signalverarbeitung und deren Dysfunktion bei Epilepsie, Schizophrenie und anderen oszillationsbasierten Erkrankungen. Darüber hinaus engagiert sich Alexandra Tzilivaki für Chancengleichheit und Diversität in der Wissenschaft.
In 2023 wurden die folgenden Wissenschaftlerinnen mit einem Fellowship ausgezeichnet:
Affiliation
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Research Focus
Die Bandbreite kognitiver Beeinträchtigungen beim idiopathischen Parkinsonsyndrom (iPS) reicht von minimalen kognitiven Defiziten bis hin zu schweren und rasch voranschreitenden dementiellen Syndromen. Aufgrund der Heterogenität in Intensität und Verlauf ist die Prognose der kognitiven Entwicklung besonders herausfordernd bei dieser Erkrankung. Obwohl die Langzeitinzidenz dementieller Entwicklungen bei iPS-Patient*innen mit tiefer Hirnstimulation (THS) vergleichbar ist mit der unter best medical treatment, zeigen einige wenige Patient*innen nach der THS-Operation eine anhaltende globale Verschlechterung. Ziel des Forschungsprojekts von Dorothee Kübler-Weller ist es, das Risiko einer kognitiven Verschlechterung nach THS im Ncl. subthalamicus bei iPS-Patient*innen mit Hilfe von multimodaler Bildgebung, hochauflösendem EEG und detaillierter neuropsychologischer Phänotypisierung vor dem Eingriff besser zu verstehen und vorhersagen zu können. Erkenntnisse über die Wirkungen und Risiken therapeutischer Strategien bei Bewegungsstörungen sollen helfen, Patient*innen zu einer personalisierten Behandlung ihrer individuellen Symptome zu leiten mit optimaler und langfristiger Wirkung.
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Charité - Universitätsmedizin Berlin
Research Focus
Das Glioblastom ist ein aggressiver primärer Hirntumor, der trotz multimodaler Therapie eine schlechte Prognose aufweist. Besonders schlecht ist die Prognose bei älteren Patient*innen, bei denen diese Krankheit besonders häufig vorkommt. Das Hauptziel dieses Projekts besteht darin, grundlegende Erkenntnisse über die offensichtlichen Zusammenhänge zwischen dem Altern und der Biologie des Glioblastoms zu gewinnen, deren molekulare Grundlagen jedoch nach wie vor kaum verstanden sind. Mithilfe von Epigenomik- und Single-Cell-Transkriptomik-Technologien zielt diese Arbeit darauf ab, spezifische molekulare Faktoren zu ermitteln, die während des Alterns auftreten und besonders förderlich für das Wachstum von Glioblastomen sein könnten. Als klinisch-wissenschaftliche Forscherin in der Neurologie und Neuroonkologie besteht das übergeordnete Ziel von Ilon Liu darin, die Auswirkungen des Alterns auf die Tumorbiologie besser zu verstehen und maßgeschneiderte Behandlungen für diese wachsende Gruppe älterer Patient*innen zu entwickeln. In 2025 wurde Ilon Liu mit einer Max-Eder-Nachwuchsgruppe ausgezeichnet.
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Charité - Universitätsmedizin Berlin
Research Focus
Das Forschungsprojekt von Rosanna Sammons untersucht die Existenz von homöostatischer Plastizität in menschlichen kortikalen Neuronen. Das Gehirn wird ständig mit Reizen aus unserer sich ständig verändernden Umwelt bombardiert. Es wird davon ausgegangen, dass homöostatische Plastizität die neuronale Aktivität in gesunden Grenzen hält und Aktivitätsextreme verhindert, die zu pathologischen Zuständen führen könnten. Darüber hinaus wird angenommen, dass diese Form der Plastizität Netzwerke stabilisiert, die während Lern- und Gedächtnisprozessen Hebbsche Veränderungen durchlaufen. Die Details dieser Plastizitätsmechanismen müssen in menschlichen Neuronen jedoch noch entschlüsselt werden. Das Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, wie einzelne und kleine Gruppen von menschlichen Neuronen auf veränderte Netzwerkaktivitäten reagieren. Wir verwenden Elektrophysiologie und Immunfluoreszenz-Bildgebung, um die Plastizität in akuten Schnitten aus kortikalem Gewebe zu analysieren. Dieses wird Patient*innen entnommen, die sich einer chirurgischen Resektion unterziehen. In 2024 wurde Rosanna Sammons mit dem Brenda-Milner-Preis des SFB 1315 ausgezeichnet.
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Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Research Focus
Ziel des Forschungsprojekts "Molecular machineries shaping synaptic membrane dynamics in health and disease" ist es, Mechanismen aufzudecken, die die neuronale Membranformung steuern. Im Laufe unseres Lebens durchlaufen Neuronen einen umfassenden Membranumbau: beginnend mit der Entwicklung der Nervenzellen, über die Bildung von Synapsen und schließlich während des Lernens und der Gedächtnisbildung. Diese komplexen Prozesse müssen durch ausgeklügelte Signalkaskaden und lokal spezialisierte Komplexe für die Membranumformung orchestriert werden, die in der Lage sind, lokale intrazelluläre Gerüste zu koppeln. Viele neurologische Störungen, wie z.B. geistige Behinderung oder Schizophrenie, sind mit einem gestörten Membranumbau verbunden. Agata Witkowskas Forschung konzentriert sich auf die Aufdeckung der molekularen Funktion und der Interaktionen ausgewählter Proteine an neuronalen Synapsen, die am Membranumbau beteiligt sind und bei menschlichen Krankheiten eine Rolle spielen. Das vorgeschlagene Projekt umfasst funktionelle Studien in genomisch veränderten, aus menschlichen Stammzellen gewonnenen Neuronen, Interaktomik sowie Bottom-up-Ansätze mit gereinigten Proteinen und Modellmembransystemen.
In 2021 wurden die folgenden Wissenschaftlerinnen mit einem Fellowship ausgezeichnet:
Affiliation
Deutsches Zentrum für Neuroregenerative Erkrankungen (DZNE)
Research Focus
Die Forschungsgruppe “Neurologische Entwicklungsstörungen” beschäftigt sich mit der Pontozerebellären Hypoplasie. Dies ist eine Erkrankung des Gehirns, die mit einer Minderentwicklung (Hypoplasie) des Kleinhirns und der Brücke einhergeht. Der Forschungs-Ansatzpunkt sind die vier Bereiche der Synapse (Prä- und Postsynapse, Gliazellen, extrazelluläre Matrix), wobei der Fokus auf der Rolle der extrazellulären Matrix (EZM) liegt. Hier untersuchen wir welche Auswirkungen Störungen in der EZM auf die Bildung und Funktion von Synapsen und neuronaler Schaltkreise haben bzw. wie diese zur Entstehung von neurologischen Entwicklungsstörungen beitragen. Wir führen unsere Untersuchungen an einem genetisch veränderten Modellsystem sowie primären Zellkulturen (Neuronen, Astrozyten) durch. Wir verwenden zellbiologische und biochemische Methoden und kombinieren diese mit moderner Lichtmikroskopie. Frauke Ackermann ist nun Gruppenleiterin im Rahmen des DZNE Career Development Fellow Programms.
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Charité - Universitätsmedizin Berlin
Research Focus
Die Leistung neuronaler Schaltkreise hängt von der Stärke und Integration der Bausteine des Gehirns - der Synapsen - ab. Sie setzen erregende oder hemmende Neurotransmitter frei. Ein Gleichgewicht von Erregung und Hemmung innerhalb der Schaltkreise ist entscheidend für eine normale Gehirnfunktion. Das Ziel des Projekts „Funktionelle und molekulare Vielfalt von hemmenden und erregenden Synapsen“ ist es, zu untersuchen, ob die molekularen Mechanismen, die der Funktionsvielfalt auf Synapsen-Ebene zugrunde liegen, zur Herstellung des Erregungs-/Hemmungsgleichgewichts in neuronalen Netzwerken beitragen. Mit Hilfe von Elektrophysiologie, Bildgebung und molekularbiologischen Werkzeugen wird meine Gruppe physiologische Prozesse an erregenden und hemmenden Synapsen untersuchen. Indem wir definieren, wie - und warum - sich erregende und hemmende Synapsen unterschiedlich verhalten, werden wir potenzielle Wege aufzeigen, die bei einem Ungleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung, wie etwa bei neurologischen Erkrankungen, untersucht werden können.
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Charité - Universitätsmedizin Berlin
Research Focus
Das primäre Ziel des Forschungsprojekts von Anna Kufner "Lesion-network mapping (LNM) of post-stroke symptoms" ist es, die Rolle von Schlaganfallläsionen und deren Auswirkungen auf die funktionelle Konnektivität des Gehirns bei der Entwicklung komplexer Defizite nach Schlaganfall zu identifizieren. Das aktuelle Projekt wird MRT- und klinische Daten von >1500 ischämischen Schlaganfall-Patienten aus vier großen prospektiven Schlaganfall-Kohorten zusammenführen. Im Rahmen einer neu etablierten Kooperation mit dem Charité NetStim Labor und der Neuroradiologie des Centrum für Schlaganfallforschung Berlin (CSB) wird unsere Forschungsgruppe eine neuartige Methode - LNM - anwenden, um eine Reihe von Symptomen nach dem Schlaganfall besser zu charakterisieren und anschließend vorherzusagen, darunter akutes Delirium, Depression nach dem Schlaganfall, langfristige kognitive Beeinträchtigung und kardiale Dysfunktion. Das übergreifende Ziel dieses Kooperationsprojekts ist es, diese hochgradig klinisch relevanten neurologischen Defizite nach einem Schlaganfall besser zu verstehen, vorherzusagen und anschließend zu behandeln.
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Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Research Focus
Ziel des Forschungsprojekts von Tania López-Hernández "Funktionelles Zusammenspiel zwischen vesikulärem Transport und Regulierung der Ionenhomöostase bei neurologischen Erkrankungen" ist es, die Rolle von Proteintransportern und Ionenkanälen, die an der Aufrechterhaltung der Ionenhomöostase für die Gehirnfunktion beteiligt sind, besser zu verstehen. Zudem sollen die molekularen Mechanismen, die für die massiven Ionenverschiebungen während der Excitotoxizität verantwortlich sind, verstanden werden. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die unterschiedlichen Reaktionen zwischen Neuronen und Gliazellen gelegt. Ich bin besonders daran interessiert, die sich abzeichnenden Funktionen der endosomalen Na+/H+-Austauscher (NHE) zu entschlüsseln und herauszufinden, wie Veränderungen in ihrer Aktivität zur Pathobiologie von geistiger Behinderung, Autismus und anderen verwandten Erkrankungen führen. Zu diesem Zweck werden modernstes Genome Engineering in humanen Stammzell-Neuronen und -Astrozyten sowie Genmanipulationen mit viralen Vektoren mit Proteomen, siRNA-Screenings, Live-Imaging und Sensor/Tracer-basierten funktionellen Assays kombiniert. So sollen die Mechanismen der Ionenflüsse über intrazelluläre Membranen untersucht werden, um unser Wissen über den Einfluss von Ionen und PH-Wert auf die Regulierung der neuronalen Funktion und Plastizität zu verbessern. Tania López-Hernández ist nun Ramon y Cajal Forscherin (Assistant Professor) an der Universitat de Barcelona.
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Charité - Universitätsmedizin Berlin
Research Focus
Das Forschungsprojekt von Marta Orlando „Synaptic plasticity in health and disease“ befasst sich mit den zellulären und molekularen Mechanismen von Lernen und Gedächtnis. Sie möchte verstehen, wie ein Ungleichgewicht in diesen Prozessen zu neurologischen Störungen führen kann. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Frage, inwieweit die räumliche Organisation der präsynaptischen Endigung den langfristigen Anstieg der Neurotransmission begünstigt. In einem kollaborativen und multidisziplinären Ansatz werden folgende Methoden eingesetzt: Hochdruckgefrieren und Elektronenmikroskopie, Live- und hochauflösende Fluoreszenzmikroskopie sowie elektrophysiologische und optogenetische Stimulation. In 2022 wurde Marta Orlando mit dem Brenda-Milner-Preis des SFB 1315 ausgezeichnet.
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Freie Universität Berlin
Research Focus
Das Forschungsvorhaben von Lisa Scheunemann „Kontextabhängige Modulation von Gedächtnissystemen“ untersucht, nach welchen Regeln das Gehirn Erfahrungen im Langzeitgedächtnis ablegt. Dabei liegt der Fokus auf den inhibitorischen Mechanismen, die eine Gedächtnisbildung unterdrücken und nur für bestimmte Erfahrungen erlauben. Ich möchte erforschen, wie insbesondere der physiologische Kontext (z.B. Ernährung oder Stress) die Bewertung von Informationen beeinflusst und somit auch die selektive Konsolidierung von Gedächtnissen regulieren könnte. Mich interessiert im Besonderen, inwieweit Neuromodulation durch Serotonin ein Zusammenspiel zwischen physiologischem Zustand und Gedächtnissystemen herstellen könnte. Ich arbeite mit dem Modellsystem Drosophila melanogaster, da hier durch präzise genetische Tools eine detaillierte Analyse molekularer und zellulärer Lernmechanismen möglich ist. Zum Einsatz kommen dabei vor Allem verhaltensbiologische Untersuchungen und in vivo Imaging. Lisa Scheunemann leitet nun eine Emmy Noether Nachwuchsgruppe an der Freien Universität Berlin.
Affiliation
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Research Focus
In diesem Forschungsprojekt werden die Auswirkungen von Misshandlung in der Kindheit (childhood maltreatment / CM) auf der Ebene der neuronalen Schaltkreise und des Verhaltens untersucht. Dabei liegt der Fokus auf den CM-Subtypen: sexueller und emotionale Missbrauch, und deren Zusammenhang mit psychischen Störungen. Langfristiges Ziel ist es, mechanismusbasierte Strategien zur "Reversibilität" von CM-Folgen durch spezielle, gezielte Verhaltensinterventionen zu entwickeln. Unser Projekt versucht, diese Ziele durch die Kombination von neurowissenschaftlicher Grundlagenforschung aus Human- und Tierstudien, unter Verwendung von funktionellen, strukturellen und konnektiven Neuroimaging-Techniken sowie psychobiologischen, verhaltensbezogenen und translationalen Forschungsmethoden zu erreichen.
Ehemalige NeuroCure Research Fellows:
2015
Das Forschungsprojekt von Natalia Kononenko konzentrierte sich auf die Erforschung von Neurotrophin-Signalwegen, Membrantransportprozessen während der Endozytose, sowie Neurodegeneration. Seit 2016 leitet Dr. Kononenko eine Nachwuchsgruppe am Exzellenzcluster CECAD an der Universität zu Köln. Seit 2020 ist sie zudem W2 Professorin für Molekulare und Zelluläre Physiologie an der Uniklinik Köln.
Natalia Kononenko
Nevena Milenkovic Zujkos Forschung untersuchte die neuronale Grundlage der Wahrnehmung und Verarbeitung von thermischer-sensorischer Information in der Vorderpfote der Maus in transgenen Tieren. Aktuell ist Dr. Milenkovic Zujko als Datenforscherin bei der Tentamus Group tätig.
linkedin.com/in/nevenami
Die Forschung von Ulrike Pannasch konzentrierte sich auf das Zusammenspiel von Astrozyten und Neuronen während der synaptischen Übertragung und synaptischen Plastizität. Im Jahr 2015 hat Dr. Pannasch die wissenschaftliche Koordination am Wissenschaftskolleg zu Berlin übernommen. Aktuell ist sie als Programmreferentin bei der Einstein Stiftung Berlin tätig.
Miranka Wirths Forschungsprojekt untersuchte neurophysiologische Mechanismen und Faktoren für Gehirn und kognitive Gesundheit. Seit 2019 leitet Dr. Wirth die Forschungsgruppe Gehirn und Resilienz am DZNE in Dresden.
2014
Anna Carbones Forschung versuchte, die biophysikalischen Mechanismen aufzuklären, die die Aktivität und Interaktion der AMPAR-TARP-Komplexen steuern, sowie die Rolle von AMPARs und TARPs bei synaptischer Plastizität sowie Krankheiten zu untersuchen. Seit 2017 arbeitet Dr. Carbone als Wissenschaftlerin bei Evotec in Hamburg, wo sie die Forschungsgruppe "Ion Channels" leitet.
LinkedIn
Tamar Dugladzes Forschungsprojekt konzentrierte sich auf die Mechanismen der Signalübertragung im Nervensystem und die Relevanz dieser Mechanismen bei der Entstehung von Krampfanfällen und Epilepsie.
Institut für Integrative Neuroanatomie
2011
Tatiana Korotkovas Projekt konzentrierte sich auf die Wechselwirkungen zwischen Untergruppen von hypothalamischen Neuoronen sowie die Regulation der Hypothalamus-Schaltungen durch kortikale Afferenzen. Im Jahr 2017 wechselte Dr. Korotkova nach Köln, um die Leitung einer Forchungsgruppe am MPI für Biologie des Alterns zu übernehmen. Seit 2019 ist sie W3 Professorin und Direktorin des Instituts für Systemische Physiologie an der Universität zu Köln sowie Principal Investigator und Leiterin des Forschungsbereichs „Environment - Organism Level“ im Exzellenzcluster CECAD.
Veronica Wittes Projekt untersuchte, ob Änderungen der Ernährung verschiedene Anzeichen eines kognitiven Verfalls und kognitive Funktionen in gesunden älteren Probanden und bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) verbessern kann. Seit 2014 leitet Dr. Witte eine Forschungsgruppe am MPI für Kognitions-und Neurowissenschaften in Leipzig.