PREPARE: Prävention von Paclitaxel-bedingten neurologischen Nebenwirkungen mit Lithium

Beschreibung der Studie:
Neurologische Nebenwirkungen gehören zu den häufigsten Komplikationen einer Chemotherapie mit (nab-) Paclitaxel. Die Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie (CIPN) ist eine potenziell irreversible Nebenwirkung und einer der wichtigsten Gründe für eine Dosisanpassung oder vorzeitige Beendigung der Chemotherapie. Die CIPN äußert sich klinisch als (schmerzhafte) Missempfindungen und Taubheitsgefühle in den Händen und Füßen sowie Feinmotorik und/oder Gangstörung. Manche Tumorerkrankte berichten auch von kognitiven Beeinträchtigungen wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen durch die Chemotherapie (PCCI). Bislang gibt es keine Möglichkeit neurologische Folgeschäden durch die Chemotherapie vorbeugend zu behandeln.
Aufbauend auf umfangreichen Vorarbeiten möchten wir in einer multizentrischen randomisierten explorativen doppelt-verblindeten Placebo-kontrollierten Studie untersuchen, ob eine Ko-Medikation mit Lithiumcarbonat bei Brustkrebspatientinnen mit einer (nab-) Paclitaxel Chemotherapie CIPN und PCCI verhindern oder abschwächen kann. Patientinnen in der Interventionsgruppe erhalten angepasst an den Blutspiegel während der (nab-) Paclitaxelbehandlung retardierte Lithiumtabletten, Patientinnen in der Kontrollgruppe ein Placebo. Die Sicherheit der Studienmedikation wird durch eine engmaschige Überwachung gewährleistet. Ziel der Studie ist zu zeigen, dass die mit Lithiumcarbonat behandelten Patientinnen weniger CIPN entwickeln und dass die Behandlung mit Lithiumcarbonat sicher und gut verträglich ist.

Kontakt:
PD Dr. med. Petra Hühnchen (petra.huehnchen(at)charite.de)
PD Dr. med. Wolfgang Böhmerle (wolfgang.boehmerle(at)charite.de)

Studienleitung:
Prof. Dr. med. Matthias Endres (Direktor Klinik für Neurologie)
Prof. Dr. med. Jens-Uwe Blohmer (Direktor Klinik für Gynäkologie und Brustzentrum)

Studienkoordination:
PD Dr. med. Petra Hühnchen, PD Dr. med. Wolfgang Böhmerle

Projektleitung:
Prof. Dr. med. Matthias Endres (Direktor Klinik für Neurologie)

Registrierung:
Deutsches Register Klinischer Studien (DRKS00027165)

Laufzeit der Studie:
01.04.2022 bis 31.03.2025

Projektpartner:
Carl-Thiem-Klinikum Cottbus, Brustzentrum und Systemische Gynäkoonkologie
Universitätsklinikum Essen, Klinik für Neurologie
Universitätsmedizin Greifswald, Klinik für Neurologie
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Klinik für Neurologie
Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Neurologie
Universitätsklinium Gießen, Klinik für Gynäkologie
Mammazentrum Hamburg

Förderung:
Berlin Institute of Health (BIH)
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Publikationen:
Schlecker C, Boehmerle W, Jeromin A, DeGray B, Varshney A, Sharma Y, Szigeti-Buck K, Ehrlich BE. Neuronal calcium sensor-1 enhancement of InsP3 receptor activity is inhibited by therapeutic levels of lithium. J Clin Invest 2006;116(6):1668-74. doi: 10.1172/JCI22466.

Mo M, Erdelyi I, Szigeti-Buck K, Benbow JH, Ehrlich BE. Prevention of paclitaxel-induced peripheral neuropathy by lithium pretreatment. FASEB J 2012;26(11):4696-709. doi: 10.1096/fj.12-214643.

Huehnchen P, Boehmerle W, Springer A, Freyer D, Endres M. A novel preventive therapy for paclitaxel-induced cognitive deficits: preclinical evidence from C57BL/6 mice. Transl Psychiatry 2017;7(8):e1185. doi: 10.1038/tp.2017.149.

Wadia RJ, Stolar M, Grens C, Ehrlich BE, Chao HH. The prevention of chemotherapy induced peripheral neuropathy by concurrent treatment with drugs used for bipolar disease: a retrospective chart analysis in human cancer patients. Oncotarget 2017;9(7):7322-7331. doi: 10.18632/oncotarget.23467.