QI-Nachsorge

Schlaganfall ist eine der drei häufigsten Todesursachen in Deutschland und am häufigsten Ursache einer erworbenen Behinderung während des Erwachsenenalters in westlichen Gesellschaften.

Nach der Akutbehandlung im Krankenhaus und der Rehabilitation ist die Versorgung von Schlaganfall-Patient:innen vor allem von unabhängig von einander arbeitenden Hausärzt:innen, Fachärzt:innen sowie weiteren ambulant tätigen Therapeut:innen organisiert.

Diese aufgeteilte Versorgung stellt nicht nur eine Herausforderung für die Patient:innen und Angehörigen, sondern auch für die Behandlenden bzw. Therapeut:innen dar.

Inwieweit unter diesen Bedingungen eine optimale Versorgung von Patient:innen erreicht werden kann, ist nicht hinreichend untersucht. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Gründen anzunehmen, dass die umfassende, bedarfsorientierte Versorgung von Schlaganfallpatient:innen in dieser sogenannten chronischen Phase häufig unzureichend ist.

Um die Qualität der Versorgung während der chronischen Phase der Erkrankung messen und bewerten zu können, wurde durch die Berliner Schlaganfallgesellschaft (BSA) und dem Zentrum für Schlaganfallforschung Berlin (CSB) gemeinsam mit Berliner Neuropsychologen die Arbeitsgruppe „Kerndatensatz ambulante Schlaganfallversorgung“ gegründet. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist die Entwicklung und der Einsatz von Qualitätsindikatoren insbesondere im Bereich der Neuropsychologie. Diese sogenannten Qualitätsindikatoren nutzt man als Werkzeuge, um die Qualität einer Versorgungseinheit (z.B. einer Klinik oder Praxis) durch Zahlen bzw. Zahlenverhältnisse darzustellen, wobei die Ausprägung eines Indikators mit guter bzw. schlechter Qualität in Verbindung gebracht werden kann. 

Studienleitung: Prof. Dr. Andreas Meisel