NeuroMET Studie

Demenz vom Alzheimer Typ – Bedarf und Nutzen der Forschung

Neurodegenerative Erkrankungen sind chronisch voranschreitenden Erkrankungen, die im Verlauf zu Einbußen der geistigen Funktionen wie z.B. bei Merkfähigkeit, Orientierung und Konzentration führen. Auch die Alzheimer Demenz fällt in diese Krankheitsgruppe. Jährlich werden weltweit 9,9 Millionen neue Fälle von Alzheimer Demenz dokumentiert. Das entspricht einer neuen Diagnose alle 3,2 Sekunden. (www.alz.co.uk, 2019) Bisher gibt es kein Heilmittel für die Krankheit, und der Bedarf für wirksame Therapiemethoden ist groß. Neurodegenerative Erkrankungen gehören zu den größten medizinischen und sozialen Herausforderungen, mit der unsere Gesellschaft derzeit konfrontiert ist. Pro Jahr werden etwa 130 Milliarden Euro weltweit im Zusammenhang mit der Erkrankung ausgegeben (www.neurdegenerationresearch.eu, 2019).

In der Forschung weiß man mittlerweile, dass Veränderungen des Gehirns bei der Alzheimer Erkrankung etwa 10-20 Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome beginnen. Weiterhin fanden Forscher heraus, dass die Behandlung am effektivsten ist, wenn die Krankheit sich noch in einem frühen Stadium befindet. Obwohl es in der Forschungsumgebung bereits möglich ist, diese frühen Veränderungen des Gehirns zu identifizieren, ist es im klinischen Alltag äußerst schwierig diese Veränderungen spezifisch der Alzheimer Krankheit zuzuordnen und die Symptome von anderen Krankheiten abzugrenzen. Die Kompetenz die Veränderungen eindeutig zuzuordnen wird jedoch dringend gebraucht.

Alzheimer Studie NeuroMET2

Das im Juli 2019 gestartete Projekt NeuroMET2 ist eine Alzheimerstudie, die an der Charité Universitätsmedizin Berlin vom NeuroCure Clinical Research Zentrum (NCRC) durchgeführt wird. Ziel ist es, neue Diagnoseansätze für Forschung und Klinikalltag rund um die Demenz vom Alzheimertyp zu entwickeln. Um in naher Zukunft erfolgreich wirksame Medikamente entwickeln zu können, ist es besonders wichtig, die Erkrankung frühzeitig diagnostizieren zu können. Die Diagnostik in frühen Stadien führt im Alltag jedoch noch zu großen Schwierigkeiten, da viele Kriterien nicht genau einschätzbar, messbar und definiert sind. Außerdem muss die Zuverlässigkeit der Methoden untersucht und das Vertrauen in diese Methoden gestärkt werden.

NeuroMET ist das erste metrologische Projekt, welches die Expertise von Wissenschaftlern, Akademikern und Klinikern vereint, um eine Grundlage für die Übertragung von wissenschaftlicher Forschung in die klinische und pharmazeutische Umgebung zu schaffen. So sollten vorhandene Grenzen bei der Diagnosestellung und Behandlung überwunden werden.

Ausführliche Informationen zum EU-Projekt NeuroMET2 in englischer Sprache finden Sie hier.

Die wichtigsten Eckpunkte zur NeuroMET2-Studie:

  • Projektlaufzeit Juli 2019 bis Juni 2022

  • Die NeuroMET2-Kohorte besteht aus
    - Gesunden Kontrollprobanden
    - Personen, die sich Sorgen um ihre Gedächtnisleistung machen (SCD)
    - Menschen mit leichten Gedächtniseinschränkungen (MCI)
    - Alzheimerpatienten

  • Die Teilnahme umfasst 2 Untersuchungstermine (ca. 3 und 2 Stunden Zeitaufwand) zum nächstmöglichen Zeitpunkt und zwei gleichartige Visiten nach einem Jahr

  • Die Visiten umfassen eine ausführliche neuropsychologische Testung, MRT Untersuchung des Kopfes, Blut- und Speichelentnahme

  • Probanden erhalten eine Aufwandsentschädigung über 40€ und ihre Testergebnisse zur Weitergabe an den behandelnden Arzt


Detaillierte Informationen zum Studienablauf finden Sie in unserer Studieninformation.

Kontakt:
Falls Sie an einer Teilnahme interessiert sind oder Fragen in Bezug auf die Alzheimerstudie NeuroMET2 haben, wenden Sie sich bitte an das Studienteam (030-450 560 280). Sie können uns auch jederzeit eine E-Mail schicken (NeuroMET2@charite.de).

Gern senden wir Ihnen für weitere Informationen auch die offizielle Studieninformation zu.

Vielen Dank für Ihr Interesse!